• Die Dezemberausgabe der Gemeindenachrichten ist da.

Stop talking and start acting

Mein Besuch bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖKR)

Vom 4. bis 7. September war ich zu Gast bei der 11. Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe. Da ich nicht als Delegierte an der Versammlung teilnahm, sondern als Gast, genoss ich das Privileg mir von allem etwas anschauen zu können und mir auch Zeit für Begegnungen zu nehmen. Betty Mutundu aus Ruanda lernte ich beim Warten vor den Toilettenhäuschen kennen und verbrachte danach einige Zeit mit ihr auf dem Veranstaltungsgelände. Wir schauten uns gemeinsam die Stände verschiedener Organisationen aus der ganzen Welt an, die mit dem ÖRK zusammenarbeiten. Zum Schluss tauschten

2022.11. OERK
Von links: Tina Yzer, Theologiestudentin, Lennard Landgraf, Jugendausschuss, und Carolin Zierath, Gast, jeweils von der Ev.-ref.Landeskirche sowie
Anneke Bargheer, Delegierte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Neben einer Lichtershow im Schlosspark von Karlsruhe, einer Lesung zu dem Buch „Wie ist Jesus weiß geworden“ von Sarah Vecera und einer Diskussion mit anschließendem Austausch über Entstehung und Entwicklung des EKD Projekts „Uni-ted4Rescue“ mit Heinrich Bedford-Strohm, besuchte ich die ein oder andere Plenarsitzung der Delegierten der Vollversammlung des ÖRK, die einige wichtige Papiere zu veröffentlichen hatten. Darunter ein Statement zur Klimakrise, eines über den Angriffskrieg auf die Ukraine und auch ein Papier zur Situation in Israel. Dafür haben die Delegierten in kleinen Gruppen bis spät in die Nacht hinein an Texten geschrieben und gefeilt, sodass am Ende der Großteil der 352 Mitgliedskirchen des ÖRK ihr „Ok“ zur Veröffentlichung geben konnten. Keine leichte Aufgabe. Dem Papier zum Angriffskrieg auf die Ukraine wurden dementsprechend die scharfen Kanten genommen, da es dem ÖRK wichtig war, im Dialog mit seinem Mitglied, der russisch-orthodoxen Kirche, zu bleiben. Die veröffentlichten Papiere können unter www.oikou-mene.org eingesehen werden.

Besonders beeindruckt hat mich bei den Plenarsitzungen die Standhaftigkeit und Energie der jungen weltweiten Kirche. Jugendliche und junge Erwachsene von überall aus der Welt sind immer wieder aufgestanden und haben ihre Sichtweise zu den Themen geschildert, haben angemerkt, dass sie mitreden und mitbestimmen wollen und darauf hingewiesen, dass es ihre Zukunft ist, um die es geht. „Our future is on fire“, war eines ihrer Statements, das sich mir eingebrannt hat: Unsere Zukunft steht in Flammen, darum hört auf zu reden und fangt an zu handeln: Stop talking and start acting!

Berührt haben mich auch eine Taizé-Andacht mit drei der Brüder aus Taizé und die Morgen- und Abendandachten mit bis zu 4000 Teilnehmenden unter einem großen Zeltdach, betend und singend auf ganz vielfältige Art und Weise und doch gemeinsam, ganz nach dem Motto: Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt. Mitten unter diesen Menschen aus aller Welt ist die Kraft dieser weltweiten christlichen Gemeinschaft zu spüren, die in einer kleiner werdenden deutschen christlichen Kirche oft aus dem Blick gerät.

Vor diesem Hintergrund haben mir der Workshop „kontemplative Gebetspraxis“ und der Workshop „interkulturelles Lernen“, die ich bei der Vollversammlung besuchen durfte, einige motivierende Ideen mit an die Hand gegeben. Wo „nur“ Worte die Menschen nicht mehr erreichen können, da können es vielleicht spirituelle Praktiken aus vergangenen Zeiten, anderen Konfessionen oder anderen Kulturkreisen. In einer Welt, in der wir mit Worten „bombardiert“ werden, scheinen Besinnung und spirituelle Handlungen an Bedeutung zu gewinnen. Das nehme ich von meinem kurzen Einblick in die Vollversammlung des ÖRK mit nach Hause: Stop talking and start acting! 

Carolin Zierath

2022.11. OERK 2
Sozialarbeiterin Betty Mutundu, Delegierte der Presbyterianisch-reformierten Kirche
Ruanda, und Carolin Zierath

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