Zum Tode von Pastor i.R. Eberhard Hoffmann - ein Nachruf

2019.04. e.hoffmann„Ich hatte Freude an der Kirche“ – mit diesen Worten blickte Eberhard Hoffmann nach 29 Dienstjahren im September 1997 auf seine Zeit in der Ev.-ref. Kirchengemeinde Gildehaus zurück. 22 Jahre später, am 30. April 2019, starb Eberhard Hoffmann im Alter von 79 Jahren in Bad Bentheim.
Am 12. September 1939, kurz nach Ausbruch des 2. Weltkriegs, wurde er in Schüttorf geboren. Die traumatischen Erlebnisse der letzten Kriegsjahre verfolgten ihn bis zuletzt in seine Träume hinein. Nach dem Abitur am Gymnasium Dionysianum in Rheine studierte er in Wuppertal, Heidelberg, Bonn und Göttingen Theologie. Nach seinem Ersten theologischen Examen im März 1966 wurde er als Vikar den Gemeinden Sattenhausen, Mackenrode und Etzenborn, drei kleine Gemeinden zwischen Göttingen und Duderstadt nahe der ehemaligen DDR Grenze, zugewiesen.
1966 heirateten er und seine Frau Lieselotte, die er im Studium in Bonn kennengelernt hatte. Ein Jahr später wurde ihr Sohn Wulf geboren.
2019.06. nachruf psalm 23Nach dem Zweiten Theologischen Examen 1968 zog die junge Familie um, Eberhard Hoffmann wurde zum 1. November 1968 Pastor coll. in Gildehaus. Ein Jahr später wurde er auf die durch den Fortgang von Pastor Fooken frei gewordene Pfarrstelle gewählt und durch seinen Vater am 19. Oktober 1969, damals Superintendent des VI. Bezirks, in seinen pastoralen Dienst eingeführt.
Eberhard Hoffmann war mit Leib und Seele Pastor. Ein Mann voller Tatendrang, voller Lachen, voller Ideen, voller Witz und Spaß. Auch voller Emotionen. Trauer, wenn er davon erfuhr, dass Leben nicht gelang, dass jemand die Lebensperspektive verloren hat oder jemand gestorben ist. Theologe und Mensch. Er hat wie kaum ein anderer der Kirche ein menschliches und zugewandtes Gesicht verliehen. Im Grunde genommen war es so: Die älteren Gildehauser können davon erzählen, dass sie die Straßenseite gewechselt haben, wenn der Pastor des Ortes ihnen entgegenkam. Bei Eberhard Hoffmann war es umgekehrt: Menschen wechselten die Seite, um ihm zu begegnen.
Die Jugendarbeit lag ihm besonders am Herzen. Mit der Jugend konnte er ernsthaft arbeiten, biblische Geschichten auf ihre Aussage hin ergründen. Und mit ihr feiern und Freude haben, mit den jungen Leuten Fußball spielen im Garten des Pfarrhauses.
Dankbar hat Eberhard Hoffmann auf seine Zeit mit dem Kollegen Helmut Müller zurückgeschaut, der ihm durch sein Organisationstalent und seine Verwaltungsarbeit den Rücken frei gehalten hat für die Seelsorge und die von ihm so geliebte Jugendarbeit. Er hatte Freude an den neuen Akzenten, die die Kollegin Imke Akkermann-Dorn setzte. Und er zehrte von den Ideen und Einsätzen der vielen zugewiesenen Vikare, Pastoren- bzw. Pastorinnen coll. und Theologischen Mitarbeiter/innen, die oft einen frischen Wind in die Gemeinde brachten.
Als besondere Bereicherung empfand er die vierzehnjährige Arbeit am Missionsgymnasium Bardel. Er selbst sagte: „Diese ökumenische Tätigkeit an der Seite vor allem von Pater Wilhelm hat nicht nur meinen Horizont erweitert, sondern auch mein Herz.“
„Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ, sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist“ (EG 264). Das war Eberhard Hoffmanns Lieblingslied. Damit weist er auf den eigentlichen Grund der Kirche und des Gemeindelebens hin. Dieser und kein anderer Grund hat ihn wohl auch bewogen, keinen Nachruf in der Zeitung haben zu wollen.
Die Ev.-ref. Kirchengemeinde hat Eberhard Hoffmann viel zu verdanken. Mit ihm verliert die Kirche einen großartigen Seelsorger und Menschen. Möge er nun schauen, was er gepredigt und geglaubt hat: „Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ (Psalm 23)
Der Kirchenrat der Ev.-ref. Kirchengemeinde Gildehaus
Lütger Voget

Monatsspruch

Juli
Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
(Jak 1,19)
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