Friedensgebet vom 11. April

Und wieder gibt es einen Krieg mehr – und wieder sind die USA beteiligt! Ein leider größenwahnsinniger Präsident – vielleicht sollten auch Politiker im Alter von 65 – bis 68 Jahren in den Ruhestand geschickt werden, bevor sie die Welt in Unordnung bringen und blutige Auseinandersetzungen verursachen.

Der iranische Staat ist in seiner jetzigen Regierungsform bestimmt nicht zu akzeptieren – aber bestimmt auch nicht in Schutt und Asche zu bomben.

Wenn die Bevölkerung unser Mitgefühl braucht, dann braucht sie auch unsere Unterstützung in ihrer oppositionellen Haltung und auf ihrem eigenen Weg zu einer freiheitlicheren, demokratischen Lebensform. Die Menschen im Iran müssen als eigenständige Menschen gesehen und behandelt werden. Indem mit israelischen und amerikanischen Waffen ihr Land, ihr Lebensraum zerstört wird, entsteht gewiss kein neuer, lebensfähiger Staat, da werden nur israelische Ängste und amerikanische Wertvorstellunen demonstriert. Ganz bestimmt verstehen wir die Ängste der israelischen Bevölkerung vor den iranischen Drohungen, ihnen das Recht auf ihre eigene Heimat abzusprechen. Aber mit Waffen kann niemand überzeugt werden, eigenes Lebensrecht nicht verteidigt werden!

Die Aufgabe der Diplomatie ist es, die  dort gefragt ist! Es müssen Verhandlungen geführt werden, Meinungen ausgetauscht, immer Gründe aufgeführt werden und Möglichkeiten geschaffen werden, Gespräche zu führen. Vielleicht endlose Gespräche, aber nur sie können bewaffnete Auseinandersetzungen verhindern, Kriege unnötig machen!

Es dürfte sehr schwer sein, einen Machtmenschen wie diesen amerikanischen Präsidenten davon zu überzeugen, dass nicht Geld die Welt regiert und Menschenrechte weder käuflich noch verkäuflich sind.

Schon vor etwa 75 Jahren wurde im Iran – damals noch Persien – eine demokratisch gewählte Regierung durch amerikanische und englische Hilfe gestürzt, weil diese frei gewählte Regierung die britischen und amerikanischen Ölkonzerne verstaatlichte, um die eigene Bevölkerung an diesem Wohlstand teilhaben zu lassen. Statt dessen wurde den Schah Reza Pahlavi als Regierender eingesetzt, der dann 80% der persischen Ölindustrie wieder unter die Kontrolle der amerikanischen und britischen Konzerne stellte.

Im Jahresbericht von „Amnesty International“ von 1974 / 75 berichtet dann der damalige Generalsekretär Martin Ennals: „Der Schah von Persien behält sein wohlwollendes Image trotz der weltweit höchsten Zahl an Todersstrafen, dem Fehlen eines funktionierenden Systems ziviler Gerichte und einer unfassbaren Geschichte von Folterungen.

Der britische Historiker Mark Curtis beschrieb in seinen Veröffentlichungen die vollste politische und wirtschaftliche Unterstützung der USA und Großbritanniens für das Schah – Regime, einschließlich seines brutalsten Bestandteils, der Geheimpolizei „Savak“.

25 Jahre dauerte diese Unterstützung des Schahs, bis das persische Volk in einer Revolution den Schah und seine Regierung stürzte und eine islamische Regierung an die Macht kam und der Name „Persien“ in „Iran“ ausgetauscht wurde.

Heute beschreibt die islamische Theologin und Juristin Hamideh Mohagheghi ihre Furcht vor einem Bürgerkrieg, sollten Trump und seine Verbündeten den Sohn des damaligen Schahs als Machthaber im Iran installieren. „Das von außen her ein Schah – von Gnaden der USA – eingesetzt wird, hat das iranische Volk 1953 schon einmal erlebt. Und viele haben die damaligen Repressionen des Schah – Diktatur nicht vergessen.“

Die Menschen im Iran wollen Freiheit und Demokratie. So viele sind schon für diese Freiheit gestorben. Warum haben die westlichen Staaten diese mutige Opposition immer wieder im Stich gelassen? Warum waren die Geschäfte mit mit den Herrschenden immer wichtiger als die Nöte des Volkes?

Ich werde wütend und zornig, wenn ich höre, wie die deutsche Bundesregierung auch jetzt wieder jede klare Stellungnahme gegen diese völkerrechtswidrigen Angriffe vermeidet, und wieder nichts unternimmet, um die Opposition im Land zu stärken.

Aber ich weiß auch, dass weder Wut noch Zorn dazu helfen, Dinge zu ändern. Und so halte ich mich wieder hilfesuchend fest am alten Gebet der Vereinten Nationen:

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Angst und Hunger gequält, nicht getrennt in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.

 Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen können.

Amen.