Friedensgebet vom 21. März

Es ist wieder Krieg – ich weiß nicht, der wievielte in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr 2025 gab es weltweit 89 Kriiege und bewaffnete Auseinandersetzungen. Und diese Konflikte kommen uns immer näher. Die aus ihrer Heimat geflohenen Ukrainer*Innen leben nun schon einige Jahre mit uns und bilden Verbindungen zwischen unserer humanitären Hilfsbereitschaft und ihrer Kriegsangst, ihrer Todesangst, ihrer Verlustangst, ihrer Lebensangst.

Und jetzt höre und lese ich Berichte von Menschen aus dem Iran, deren Ängste noch vielfältiger sind. Sie kamen teils schon hierher zu Zeiten des persischen Kaiserreichs als Verfolgte des Schah-Regimes; dann auch wieder nach der Machtübernahme durch die religiösen Mullahs, von denen sich vor allem Frauen in ihrer – für uns so selbstverständlichen – Entscheidungsfreiheit eingeengt fühlten, durch streng an veralteten Glaubensregeln orientierten Verbote sich keine Berufe ihrer Wahl aussuchen durften, keine Kleidung nach ihrem Geschmack tragen durften. Und die Iraner hier haben jetzt Angst um ihre Familien und Freunde, die schutzlos dem Krieg ausgesetzt sind.

Jetzt versuchen wieder Menschen aus Teheran, ja aus dem ganzen Iran zu fliehen, jetzt geht es um ihr Leben. Die USA und Israel bombardieren den Iran, um eine Regierung zu stürzen, die wirklich diktatorisch agiert, die eigene Bevölkerung unterdrückt und den Staat Israel bedroht. Im Iran gibt es keinerlei Schutz für die Bevölkerung, die Menschen haben keine Chance, für sie gibt es weder Luftschutzkeller noch Bunker, wo sie vor den Bomben Schutz fänden. Da haben Menschen Todesangst!

Und Europa befürchtet eine neue „Flüchtlingswelle“, zusätzlich zur Verteuerung von Erdöl, Gas und Kraftstoffen.

Die Menschen im Iran „verlieren den Boden unter ihren Füßen“, erleben Massaker, Vergewaltigungen, Gräueltaten, Hunger – ohne Türen, die sich für Hilfesuchende öffnen würden.

Wir Europäer fürchten um unseren Wohlstand, die Menschen im Nahen Osten um ihr Leben. Das Leid der Menschen „kommt uns sehr nahe“ – sie sollen uns aber keinesfalls zu nahe kommen!

Krieg ist teuer – für alle Seiten!  Und zuerst stirbt die Menschlichkeit: „Der Mensch ist  nur soweit Mensch, wie er Mit-Mensch ist.“

Aus der Welt gibt es meines Wissens nur 3 Staaten, die keine Kriege führen und nicht in Kriege eingebunden sind: das sind Costa Rica, San Marino und Andorra.

Costa Rica hat 1949 die Armee abgeschafft und das eingesparte Geld in Bildung und Infrastruktur investiert.

Vor Jahren habe ich eine Frau kennengelernt, die als Lehrerin in Costa Rica gearbeitet hatte und begeistert von der fortschrittlichen Entwicklung des Landes erzählte.

San Marino hat nach dem Ende des 2. Weltkriegs selbst keine militärischen Einrichtungen mehr und die Bevölkerung scheint sich wohl zu fühlen.

Andorra ist eine über Tausend Jahre alte Republik in Europa, die noch keinen Krieg führte.

Am Donnerstag war der „Tag des Glücks“, wo zum wiederholten Male Finnland als  glücklichstes Land genannt wurde. Im Radio hörte ich einen Kommentar dazu, wie die Finnen ihr Glücklich-sein“ beschrieben: Sie leben und lieben Gemeinschaften, vertrauen ihren Mitmenschen und ihrer Regierung, kennen keinen Neid. In der finnischen Sprache existiert kein Wort dafür. Und wenn einer mehr besitzt als ein Anderer, freut er sich über die Möglichkeit, etwas teilen zu können und dadurch jemanden glücklich machen zu können!

Dazu passt auch diese Koran-Sure:

Diejenigen, die glauben und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und  die Sabier, alle, die an Gott und den jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu fürchten und werden nicht traurig sein. Sure 2, Vers 62

Und gemeinsam wollen wir nun das Gebet der Vereinten Nationen sprechen:

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschaung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit dem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen können.

Amen